Jahreslosung 2018:
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6 (L)
Silbermann Orgel
Kirche Dittersbach
Silbermann Orgel
Geschichte:

  • 1726 in Auftrag gegeben vom Schlossbesitzer Hans Christian Kiesewetter
  • 1726 erbaut von Hoforganist Gottfried Silbermann (1683 ? 1753) aus Freiberg
  • zur Aufstellung und Intonation befand sich Silbermann mit drei Gesellen ein halbes Jahr in Dittersbach
  • Abnahmeprüfung erfolgte am 10.11.1726 durch den Hoforganisten Christian Petzold aus Dresden
  • Gesamtkosten fast 700 Taler
    "Das Werk an sich kostet 400 Taler. Da auch beim Bauen der Herr nebst 3 Gesellen auf ein halbes Jahr mit Kost und sonsten versorget worden, auch gedachter Herr Petzold 1 Dutzend Ducaten pro labore (für seine Arbeit), Herr Silbermann ein Goldstück von 10 Ducaten noch zum Recompens (Vergütung) erhalten, so ist leicht zu schließen, das dieses Werk Sr. Excell. (Kiesewetter) fast in die 700 Taler zu stehen kommen."
  • einmanualiges Werk mit 14 Registern und 720 Pfeifen
  • Als einzige Silbermann-Orgel ohne Übermalung in Naturholz gearbeitet (Korpus aus Fichtenholz, geschnitzte Ornamente aus Linde).
  • gestimmt im Chorton (wie zu Silbermanns Zeiten üblich); (ein halber Ton höher als die heute übliche Kammerstimmung)
  • heute noch 27 Silbermann-Orgeln: die Dittersbacher gehört zu den besonders gut erhaltenen und fast unveränderten;
  • In der Weiherede sagte Ortspfarrer Marggraff
    ?Es lobt ein schönes Werck den kunsterfahrnen Meister! Obschon der Neider Geist es hämisch niederschlägt, und solches aus Verdruß nicht nach dem Werthe wägt; doch wer bekümmert sich um solche schlimme Geister. Vergügt! Herr Silbermann! hier hat ein künstlich Stücke, das seinen Meister lobt, und selber lebt und lacht, mit Approbation die kluge Hand gemacht.?
  • Akten zum Orgelbau befanden sich im Besitz der Familie von Kiesewetter und sind verlorengegangen.
  • 1772: Reparatur durch Johann Christian Pfützner jun. aus Pulsnitz (1740 ? 1810)
  • 1839: Überholung durch Christian Gottfried Herbrig (Altstadt bei Stolpen) und dessen Sohn Wilhelm Leberecht Herbrig (Langenwolmsdorf) -> veranlasst und bezahlt von Johann Gottlob Quandt
  • 1893: Reinigung, Nachintonation sowie Überholung von Mechanik und Register Posaune durch Eduard Berger. Durch Umsetzen der Pfeifen auf den Pfeifenstücken erhält die Orgel die Kammertonstimmung (1/2 Ton tiefer).
  • 1926: Einbau des Registers Aeoline 8 Fuß an Stelle der Tertia
  • 1949: Reinigung, Nachintonation und neue Pedalklaviatur durch Fa. Eule (Bautzen)
  • 1952: Rekonstruktion des Registers Tertia und Ausbau des Registers Aeoline durch die Fa. Eule.
  • 1980/81: Restaurierung im denkmalpflegerischen Sinn (Fa. Eule)
    • Stabilisierung der originalen Substanz Silbermanns
    • frühere Eingriffe wurden rückgängig gemacht
    • Überarbeitung der Manual- und Pedalklaviatur; Registerund Spieltraktur
    • der Manualwindladen erhält nach Entfernung der später eingefügten Kunststoffpulpeten wieder Pulpeten aus Leder.
    • Überholung der originalen Bälge
    • Anschluss eines neuen elektrischen Winderzeugers über dem unteren Keilbalg
    • Instandsetzung des Pfeifenwerkes: außer den Pfeifen c3, der Tertia und dem 2?Chor der Mixtur ist das Pfeifenwerk original erhalten
    • Rückführung in die ursprüngliche Stimmtonhöhe durch Versetzen der Pfeifen auf ihren ehemaligen Standort (1/2 Ton über der heutigen Kammerstimmung); um das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten zu ermöglichen, wurde eine Transpositionsklaviatur angefertigt
    • Freilegung der originalen von Silbermann geschriebenen Registerschilder im Spielschrank
  • 2006: Überholung des Zungenregisters der Posaune 16?
Silbermann Orgel

Disposition:

- Manual C.D-c3-
Principal8 FußHolz / Zinn(z.T. Prospekt)
Octava4 FußZinn(z.T. Prospekt)
Quintadena8 FußZinn
Gedackt8 FußHolz / Zinn
Quinta3 FußZinn
Rohrflöte4 FußZinn
Nassat3 FußZinn
Octava2 FußZinn
Tertia1 3/5 FußZinn
Quinta1 1/2 FußZinn
Sifflöt1 FußZinn
Mixtur 3fach1 1/2 FußZinn

- Pedal C.D-c1-
Subbaß16 FußHolz
Posaune16 FußHolz

Tremulant
Ständige Kopplung des Pedals an das Manual durch "aparte" Ventile.